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![]() Kornhaus um 1739 Das Grosse Kornhaus am heutigen Kornhausplatz wurde von 1711-18 von Hans Jakob Dünz errichtet, die noch heute sichtbaren Giebelreliefs entwarf Johann Rudolf Huber. Der Unterbau war schon damals als monumentaler Keller ausgeführt worden, in dem in grossen Eichenfässern der Wein lagerte - eines davon steht heute in Erinnerung an diese Zeiten nun vergoldet im Kornhauskeller. Im Erdgeschoss befand sich damals auf der allseits offenen Halle der Kornmarkt. Die drei identischen Obergeschosse enthielten die Kornschütten, deren Konstruktion aus stämmigen Eichenpfeilern bestand. Die Fassadenöffnungen waren nicht als Fenster, sondern als Belüftungsöffnungen konzipiert. ![]() Kornhaus um 1890 1895 liess die Einwohnergemeinde Bern das Gebäude durch den Architekten Adolf Tièche zum Gewerbemuseum umbauen. Der alte, von Pfosten getragene Holzboden im zweiten Obergeschoss wurde entfernt, so dass im Mittelteil ein zweigeschossiger Ausstellungssaal mit umlaufender Galerie entstand. Die knappen Fensteröffnungen wurden wesentlich ausgeweitet, das Erdgeschoss mit Ladenlokalen, einem Postamt und dem neuen Zugang zum Keller an der Südostecke versehen. ![]() Kornhaus um 1945 Nach dem Umbau der oberen Geschosse wurde der als «kahl» empfundene Keller zwischen 1896 und 1898 von dem Architekten Friedrich Schneider zum grossen bernischen Festlokal, die Grande Cave, ausgestaltet, und nach einem Wettbewerb erhielt Rudolf Münger den Auftrag, literarisch-poetische Fresken auszumalen, die nun wieder restauriert wurden. In diesem Zustand blieb das Kornhaus bis 1975, als zum Anlass des europäischen Jahres für Heimatschutz und Denkmalpflege das Äussere des Gebäudes durch die Architekten Hans Haltmeyer und Ulrich Stucky restauriert und die Fassade in ihren ursprünglichen Zustand mit den schmalen Fenstern zurückgeführt wurde. Die verwitterten Giebelreliefs wurden kopiert, Reste der Originale sind heute im Innern des Hauses im Treppenhaus unter dem Dach aufgestellt. Man rechnete schon damals damit, dass kurz danach auch eine Innenrenovation folgen würde, doch es dauerte noch zwei Jahrzehnte, bis das neue Nutzungskonzept und der Umbaukredit in der Volksabstimmung von 1996 gutgeheissen wurden und das Kornhaus im November 1998 durch die sam-Architekten Zürich fertiggestellt wurde. Merkmal des Umbaus ist die Zusammenführung und Restaurierung von alter Bausubstanz, wie beispielsweise die alte Holzdecke im Stadtsaal und sanfte Neuerungen, darunter vielleicht am auffälligsten der Einbau des Galeriegeschosses. |
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